Was ist eine Penisprothese?
Eine Penisprothese ist ein medizinisches Implantat, das in die beiden Schwellkörper des Penis (Corpora cavernosa) eingesetzt wird, um eine Erektionsstörung dauerhaft zu beheben. Sie wird auch als Schwellkörperimplantat oder Penisimplantat bezeichnet. Die Prothese ersetzt den natürlichen Erektionsmechanismus und ermöglicht es, bei Bedarf eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Steifigkeit zu erreichen.
Die Penisprothese ist nicht die erste Wahl bei der Behandlung einer Erektionsstörung. Zunächst werden die zugrunde liegenden Ursachen abgeklärt; Änderungen des Lebensstils, Tabletten und bei Bedarf Schwellkörperinjektionen werden versucht. Für Patienten, die von diesen Behandlungen nicht ausreichend profitieren, sie wegen Nebenwirkungen nicht anwenden können oder eine dauerhafte Lösung bevorzugen, ist die Prothese eine wirksame Option. Ausführliche Informationen zur Erektionsstörung und zu den übrigen Behandlungsstufen finden Sie auf der Seite zur erektilen Dysfunktion.
Für wen ist sie geeignet?
Eine Penisprothese wird in der Regel in folgenden Situationen erwogen:
- Erektionsstörung, die auf Tabletten und Schwellkörperinjektionen nicht anspricht
- Schwerer Erektionsverlust infolge von Diabetes oder Gefäßerkrankungen
- Erektionsstörung nach Operationen wegen Prostata-, Blasen- oder Enddarmkrebs oder nach Strahlentherapie
- Fortgeschrittene Induratio penis plastica (Peyronie-Krankheit, Penisverkrümmung) zusammen mit einer Erektionsstörung
- Ausgeprägte Vernarbung (Fibrose) des Schwellkörpergewebes
Bei einer aktiven Harnwegs- oder Hautinfektion, einem nicht gut eingestellten Blutzucker oder allgemeinen Gesundheitsproblemen, die eine Operation nicht zulassen, wird der Eingriff verschoben oder es werden andere Optionen geprüft.
Untersuchung vor der Operation
Bei der Untersuchung werden die Dauer der Erektionsstörung, bisher versuchte Behandlungen, Begleiterkrankungen und eingenommene Medikamente erfragt. Es erfolgt eine Untersuchung der Genitalien; bei Bedarf werden Blutzucker, HbA1c, Hormonwerte, Urinuntersuchung und Urinkultur veranlasst. Bei Herzerkrankungen kann vor der Narkose eine kardiologische Abklärung notwendig sein.
In diesem Gespräch werden die Prothesentypen, die zu erwartenden Ergebnisse der Operation und mögliche Risiken ausführlich erläutert. Wird die Entscheidung möglichst gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin getroffen, wirkt sich das positiv auf die Zufriedenheit nach der Operation aus.
Arten von Penisprothesen
Die Wahl der Prothese erfolgt individuell nach der Untersuchung und berücksichtigt die Erwartungen des Patienten, seine Fingerfertigkeit, die Anatomie des Penis, frühere Operationen und den allgemeinen Gesundheitszustand.
Dreiteilige hydraulische Prothese
Sie besteht aus zwei Zylindern im Penis, einer Pumpe im Hodensack (Skrotum) und einem Flüssigkeitsreservoir im Unterbauch. Beim Drücken der Pumpe fließt Flüssigkeit aus dem Reservoir in die Zylinder, und der Penis wird steif; danach wird die Flüssigkeit in das Reservoir zurückgeleitet, und der Penis wird wieder schlaff. Dieser Prothesentyp kommt dem natürlichen Gefühl von Steifigkeit und Erschlaffung am nächsten.
Zweiteilige hydraulische Prothese
Sie besteht aus den Zylindern und einer Pumpe, die zugleich als Reservoir dient; ein separates Reservoir im Bauchraum wird nicht eingesetzt. Sie kann bei Patienten bevorzugt werden, die bereits im Bauch- oder Leistenbereich operiert wurden und bei denen ein Reservoir nicht geeignet ist.
Biegsame (semirigide) Prothese
Sie besteht aus zwei biegsamen Zylindern, die in den Penis eingesetzt werden. Der Penis ist dauerhaft halbsteif; für den Geschlechtsverkehr wird er nach oben, sonst nach unten gebogen. Da sie keine mechanischen Teile hat, ist die Handhabung einfach und das Defektrisiko gering. Für Patienten mit eingeschränkter Fingerfertigkeit kann sie eine geeignete Option sein.
Wie läuft die Operation ab?
Die Operation erfolgt in Vollnarkose oder Spinalanästhesie. Meist wird über einen kleinen Schnitt am Übergang zwischen Penis und Hodensack oder an der Peniswurzel auf die Schwellkörper zugegriffen. Die Schwellkörper werden passend aufgedehnt, ausgemessen, und Zylinder in der individuell passenden Größe werden eingesetzt. Bei hydraulischen Prothesen wird die Pumpe im Hodensack und das Reservoir im Unterbauch platziert.
Um das Infektionsrisiko zu senken, werden vor und nach der Operation Antibiotika gegeben, und auf die Hautdesinfektion wird besonders geachtet. Der Klinikaufenthalt dauert meist 1–2 Tage.
Heilungsverlauf
- In den ersten Tagen sind Schwellungen, Blutergüsse und Schmerzen an Penis und Hodensack zu erwarten; die Schmerzen werden mit Schmerzmitteln behandelt.
- Die meisten Patienten können Büroarbeit nach 1–2 Wochen wieder aufnehmen.
- Schweres Heben und anstrengender Sport sollten einige Wochen vermieden werden.
- Geschlechtsverkehr ist in der Regel nach 4–6 Wochen möglich, nach der Kontrolluntersuchung.
- Bei hydraulischen Prothesen wird die Bedienung der Pumpe bei der Kontrolluntersuchung praktisch eingeübt.
Risiken und mögliche Probleme
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Implantation einer Penisprothese Risiken:
- Infektion: Das wichtigste Risiko. Tritt sie auf, muss die Prothese meist entfernt werden. Bei Diabetes ist ein gut eingestellter Blutzucker wichtig, um dieses Risiko zu senken.
- Mechanischer Defekt: Bei hydraulischen Prothesen kann im Laufe der Jahre ein Flüssigkeitsverlust oder ein Pumpendefekt auftreten; dann ist eine erneute Operation zum Austausch des Teils nötig.
- Erosion und Verlagerung: Selten können Prothesenteile auf das umliegende Gewebe drücken oder ihre Position verändern.
- Blutung und Hämatom: Eine Blutansammlung im Hodensack ist möglich; sie bildet sich meist von selbst zurück.
- Veränderte Empfindung und Längenwahrnehmung: Manche Patienten empfinden den Penis als kürzer als früher.
Da das Schwellkörpergewebe nach dem Einsetzen einer Prothese dauerhaft verändert ist, ist eine Rückkehr zu anderen Behandlungen wie Tabletten oder Injektionen in der Regel nicht mehr möglich. Die Entscheidung sollte deshalb ohne Eile und nach Besprechung aller Optionen getroffen werden.
Sexualleben mit Prothese
Die Penisprothese macht die Erektion unabhängig vom natürlichen Nerven- und Gefäßmechanismus. Bei sexuellem Verlangen und Erregung kann der Patient deshalb jederzeit und so lange wie gewünscht eine Erektion herbeiführen. Die Prothese steigert jedoch nicht die Lust, verändert nicht das Gefühl im Penis und löst keine Ejakulationsprobleme; diese Funktionen hängen vom Zustand vor der Operation ab.
Bei hydraulischen Prothesen erfordert die Bedienung der Pumpe in den ersten Wochen etwas Übung; die meisten Patienten gewöhnen sich schnell daran. Bei der Kontrolluntersuchung wird praktisch gezeigt, wie die Prothese aufgepumpt und entleert wird, und offene Fragen werden beantwortet.
In der Fachliteratur zählt die Penisprothese zu den Behandlungen mit hoher Zufriedenheit sowohl bei Patienten als auch bei ihren Partnerinnen und Partnern. Die wichtigsten Faktoren dafür sind realistische, vor der Operation besprochene Erwartungen, die Wahl des passenden Prothesentyps und die Einbeziehung des Partners oder der Partnerin. Bei Paaren, die lange keinen Geschlechtsverkehr hatten, kann die Wiederaufnahme des Sexuallebens Zeit brauchen; dabei kann bei Bedarf auch eine Sexualtherapie empfohlen werden.
Häufige Irrtümer
- „Die Prothese ist von außen sichtbar.“ Alle Teile liegen im Körper; von außen ist nichts zu sehen.
- „Die Prothese vergrößert den Penis.“ Die Prothese verlängert den Penis nicht; Ziel ist eine ausreichende Steifigkeit bei der vorhandenen Länge.
- „Nach der Prothese geht das Gefühl verloren.“ Die Nerven, die für das Gefühl im Penis sorgen, bleiben erhalten.
- „Die Prothese ist für jeden Mann geeignet.“ Die Prothese ist eine Option für Patienten, bei denen andere Behandlungen nicht ausreichen; ob sie infrage kommt, wird nach der Untersuchung festgelegt.
Nachsorge
Die erste Kontrolle nach der Operation erfolgt meist innerhalb von 1–2 Wochen, die Kontrolle, nach der die Prothese benutzt werden darf, nach etwa 4–6 Wochen. Danach kann eine jährliche Kontrolle ausreichen. Bei Fieber, Rötung, zunehmenden Schmerzen, Ausfluss oder einer Veränderung der Prothesenfunktion sollten Sie sich umgehend melden.
Behandlung in Bursa, Türkei
Op. Dr. Mücahit Kabar hat Medizin an der Medizinischen Fakultät der Uludağ-Universität studiert und seine Facharztausbildung in Urologie am Ankara Training and Research Hospital (Ankara Eğitim ve Araştırma Hastanesi) abgeschlossen. Im Bereich der Andrologie hat er wissenschaftliche Arbeiten in internationalen Fachzeitschriften mit Peer-Review veröffentlicht. Er untersucht Patienten mit Erektionsstörungen und Fragen zur Penisprothese mit besonderer Rücksicht auf ihre Privatsphäre, und zwar in Bursa-Nilüfer an zwei Kliniken: im Özel Medicabil Nilüfer Hastanesi (werktags 08:30–12:00 Uhr, +90 444 8 112) und im Özel Jimer Hastanesi (werktags 13:00–17:00 Uhr, +90 444 45 67).
Die Sprechstunde findet auf Englisch oder Türkisch statt. Die Abteilungen für internationale Patienten der Kliniken, die über die Zulassung für Gesundheitstourismus in der Türkei verfügen, helfen bei Bedarf mit Dolmetschern, Transfers und Unterkunft. Ihren Termin buchen Sie über die Online-Terminbuchung oder die Terminhotline des Krankenhauses: werktags von 08:30 bis 12:00 Uhr im Özel Medicabil Nilüfer Hastanesi (+90 444 8 112), von 13:00 bis 17:00 Uhr im Özel Jimer Hastanesi (+90 444 45 67). Für Fragen und um vorhandene Befunde vorab zu senden, steht Ihnen WhatsApp (+90 541 622 54 82) zur Verfügung. Die endgültige Behandlungsentscheidung fällt nach der Untersuchung vor Ort. Mehr dazu auf der Seite für Patienten aus dem Ausland und auf der Kontaktseite.